Echte Prinzessinnen


Okay, ich gebe es zu, auch ich fröne ein bisserl dem Prinzessinnenkult!

Als Kind mochte ich am liebsten die Märchen, in denen Prinzessinnen eine Hauptrolle spielten. Da hatten das Rotkäppchen oder die Bremer Stadtmusikanten keine Chance.

Und - JA - ich habe mir live im Fernsehen sämtliche Märchenhochzeiten von Diana, Victoria und ihren europäischen Genossinnen angesehen.

Aber niemals wollte ich selbst eine glamouröse und im Rampenlicht glitzernde Prinzessin sein, dann schon lieber Pippi Langstrumpf mit zwei unterschiedlichen Strümpfen, einer wahnsinnigen Kraft und Fröhlichkeit und Limonade im Baum.

Trotzdem konnte und wollte ich mich nie der Faszination und den tragischen Geschichten entziehen, die viele Lebensläufe der Prinzessinnen prägen.

Der Zauber, der von den Märchenprinzessinnen verströmt wurde, fand ja bald seine Fortsetzung, als ich zum ersten Mal die Sissi-Filme sah.

Doch noch heute kann ich nicht verstehen, wie jemand freiwillig in ein Königshaus einheiraten kann oder sich das Leben einer Prinzessin traumhaft vorstellt. Da nehme ich doch lieber den Frosch, der ist wenigstens grün. Für mich klingt das alles nach einem 14-Stunden-Tag (mindestens!) mit viel Arbeit, Öffentlichkeit, Steifheit und Risiken.

Aber ich habe mich immer für die prächtige Ausstattung von Filmen, aufwendige oder elegante Kostüme und aufregende Geschichten begeistern können.

Im richtigen Leben hätte und habe ich einigen Prinzessinnen ein richtiges Happy-End gewünscht, doch wie auch in der besten Fiktion, würden uns wohl viele Prinzessinnen heute nicht mehr interessieren, wenn es nicht mindestens eine dramatische oder tragische Entwicklung in ihrem Leben gegeben hätte.

Heute möchte ich mit drei berühmten Prinzessinnen beginnen, die nach einem turbulentem Leben alle einen gewaltsamen Tod erlitten und von denen es noch viel mehr Anziehpuppen zu zeigen gibt, aber ich fange einmal wieder mit Tom Tierney an.

Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898)

Eine der berühmtesten Frauen der Weltgeschichte  lernt bei uns in Europa jedes Kind als Sissi kennen.

Die farbenfrohe Verfilmung ihrer Verlobung mit Kaiser Franz Joseph in Bad Ischl, ihrer Märchenhochzeit in Wien, der Krönung zur ungarische Königin in Budapest, ihrer Reisen und Schicksalsschläge wird noch heute zu Weihnachten im TV gezeigt und Generationen von Mädchen begeistern sich immer und immer wieder für die aufwendigen Walla-Walla-Kostüme.

Und ich gestehe: Ich habe sogar seit einigen Jahren so eine rote Samtbox mit den drei DVDs.

Darauf, dass endlich Tom Tierney einmal die Kaiserin unserer Herzen als Anziehpuppe verewigt, habe ich allerdings über 20 Jahre warten müssen. Das Heft erschien 2006 bei Dover (USA) und hat 8 Seiten mit Kleidung zum Ausschneiden. Für den Kaiser gibt es nur eine Galauniform extra. Für Sissi gibt es 8 schöne Kostüme zum Ausschneiden, darunter das berühmte prachtvolle Ballkleid von Worth, das sie auf dem Portrait trägt, das Franz Xaver Winterhalter von ihr 1865  malte.

Über das Leben von Elisabeth von Österreich wurden zahlreiche Bücher und Filme veröffentlicht. Viele Menschen bewegt bis heute ihr Schicksal (und das ihrer Darstellerin Romy Schneider ). 1898 wurde sie in Genf erstochen.

Charles Frederick Worth, der Mann, der Sissis berühmtes Ballkleid entworfen hat, gilt übrigens als Begründer der Haute Couture. Seine Mode wurde von den unterschiedlichsten Berühmheiten der viktorianischen Zeit getragen, so auch von Sarah Bernardt und der französischen Kaiserin Eugénie. Bei Dover erschien 1996 ein Heft mit einigen seiner prachvollsten Roben. Und auch in dem Heft Great Fashion Designs of the Victorian Era sind fünf seiner edlen Entwürfe enthalten, darunter auch das "Peacock Gown", ein unglaubliches Ballkleid mit dutzenden von Pfauenfedern.

Huch, die Preise ändern sich manchmal etwas ausufernd, wenn die Titel plötzlich nicht mehr lieferbar sind. Aber man findet die Hefte dann und wann, wenn man Geduld hat, zu einem normalen Preis bei ebay.



Diana, Princess of Wales (1961-1997)

Als ich in den 1990ern eine Ausstellung mit königlichen Hoheiten machte, dachten viele Besucherinnen, die Anziehpuppe aus Papier sei wohl extra für Prinzessin Diana erfunden worden. Die englische Prinzessin war so unglaublich beliebt, dass es schon vor ihrer Hochzeit Papierpuppen gab, aber nach ihrer Hochzeit wurden es immer mehr. In meiner Sammlung gibt es wohl fast 20 verschiedene Versionen, vielleicht aber auch mehr.

Das erste Heft von Tom Tierney erschien 1985. Für Prince Charles gibt es 5 Anzüge zum Ausschneiden. Für Princess Diana gibt es außer ihrem Brautkleid 22 Kostüme. 

1997 erschien nach ihrem Tod ein zweites Heft, das 31 Abendkleider zum Ausschneiden enthält. Alle stammten aus der Charity Auction, die bei Christies kurz vor dem schrecklichen Unfall in Paris über 5 Millionen Dollars für diverse Stiftungen einbrachte. Jedes einzelne der Kleider brachte zwischen $22.000 bis $222.500.

Auch andere Künstler und Künstlerinnen haben Diana als Anziehpuppe gestaltet. Nach und nach werde ich ihre Versionen hier vorstellen.




Marie Antoinette (1755-1793)

Noch eine europäische Stilikone ihrer Zeit, über die schon so viel berichtet und geschrieben wurde.

Das junge Mädchen wurde als Vierzehnjährige von ihrer Mutter Maria Theresia von Österreich nach Frankreich verheiratet und 1793 auf dem heutigen Place de la Concorde enthauptet!

Sie lebte in einer Zeit, als die Frauen wegen ihrer breit ausgestellten Kleider seitwärts durch Türen gehen mussten und wegen ihrer maßlos hohen Perücken, Hüte und Frisuren in den Kutschen knien mussten. Keine Toiletten in Versailles, Körpergerüche wurden mit Duftwässerchen übertüncht. Wer will da Prinzessin, Großherzogin oder gar Königin sein?

Und dann diese krassen Gegensätze zwischen dem reichen Adel und dem  hungernden Volk. Aber welche Zeit und welches Land ist inzwischen nicht voller Widersprüche und Reformstaus? Da gibt es heute nur wenige, wenn ich mich auf der Landkarte umsehe.

Mir bleibt immer aber der Respekt vor dem Handwerk jeder Epoche, das den protzigen, beeindruckenden und oft sehr langlebigen Entwurf und Bau von Städten, Schlössern, Gartenanlagen, Kirchen, Musikinstrumenten, Fahrzeugen, Werkzeug und Kleidung ermöglicht hat.

Das prachtvolle Heft von Tom Tierney erschien 2003. Auch in dem Heft Great Empresses and Queens ist Marie Antoinette mit einem Kostüm dabei und befindet sich in der illustren Gesellschaft von Queen Elizabeth I und II, Queen Victoria, Theodora und Kleopatra. Ein wundervolles Heft, das ich einst mit großer Begeisterung ausgeschnitten habe.


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Kommentare: 3
  • #1

    t (Mittwoch, 07 Oktober 2015 17:34)

    gut

  • #2

    barbara jochimsen (Sonntag, 24 April 2016 11:41)

    schöön einfach nur schön auf diesen seiten zu stöbern.

    Danke
    Gruß
    Barbara

  • #3

    felicitas moneo (Freitag, 24 Juni 2016 11:41)

    es ist wunderbaaaaaaaaaar auf der seite zu stöbern!

    Grüsse an euch
    Felicitas